Wandhydranten Wartung und Instandhaltung

Im Brandfall entscheiden bereits die ersten Minuten das Ausmaß des Feuers. Deshalb ist es wichtig, den Brandherd möglichst schnell, bereits im Keim zu ersticken und die Zeit bis zum Eintreffen der Feuerwehr zu nutzen.
Wandhydranten wurden entwickelt, um im Rahmen des Brandschutzes eine schnelle Brandbekämpfung zu gewährleisten und dienen der Entnahme von Löschwasser. Sie können in Gebäuden fest installiert werden und sind meist in gut zugänglichen Bereichen zu finden. Genau wie ein tragbarer Feuerlöscher, dient auch der Wandhydrant zur Selbsthilfe und kann je nach Typ auch von Laien bedient werden, um den Brand bereits in der Entstehungsphase an einer weiteren Ausbreitung zu hindern.

Um Verschmutzungen und Missbrauch zu vermeiden, werden Wandhydranten in Nischen, Wand- oder Einbauschränken untergebracht und verplompt. In den Schränken stehen häufig zusätzliche Feuerlöscher sowie ein Druckknopffeuermelder bereit.
Die Standortmarkierung von Wandhydranten wird aufgrund von Piktogrammen gewährleistet, die in öffentlichen Gebäuden angebracht sind. Diese Markierung findet sich ebenfalls im Flucht- und Rettungsplan des Gebäudes wieder.

Die Löschwasseranlage gibt es in verschiedenen Ausführungen.

  1. Steigleitung Trocken nach DIN 14462 ( Trockene Leitung mit Feuerhähnen die erst beim eintreffen der Feuerwehr unter Druck gesetzt wird.).
  2. Naß/Trocken Stationen ( nach Betätigen eines Ventils wird nach max. 60 Sekunden die komplette Löschanlage durch eine Füll- und Entleerungsstation  unter Druck gesetzt).
  3. Steigleitung Naß ( eine Steigleitung die permanent unter Druck steht. Hierbei ist besonders die Trinkwasserverordung zu beachten damit keine Keime ins Trinkwassernetz gelangen können. z.B durch einen Vorratsbehälter nach DIN 1988-6.


Der Wandhydrant besteht aus einem Ventil, an dem ein Druckschlauch sowie ein Stahlrohr als Löschausrüstung angeschlossen ist. In Deutschland kommt meist der formbeständige Druckschlauch-W gemäß DIN 14 461 zum Einsatz. Diese Schläuche haben den Vorteil, dass das Löschwasser bereits durch den Schlauch fließen kann, selbst wenn dieser noch aufgerollt ist. Die Länge des Schlauchs muss so bemessen sein, dass im Brandfall auch entfernteste Stellen erreicht werden können.
Grundsätzlich wird gemäß DIN 14 461 Teil 1 zwischen zwei Wandhydranten-Typen unterschieden, die als Typ „S“ und Typ „F“ bezeichnet werden.

Wandhydrant Typ „S“

Der Wandhydrant Typ „S“ dient ausschließlich der Selbsthilfe zur Erstbekämpfung eines Brandherdes und wird vom Laien bedient. Diese Modelle müssen zwingend mit einem formstabilen Druckschlauch-W ausgestattet sein, die eine einfache Bedienung gewährleisten. Sie befördern pro Minute 24 Liter Wasser bei einem Druck von 2 bar. Die Piktogramme müssen laut BGV A8 mit dem entsprechenden „S“ versehen sein. In der Praxis kommen Wandhydranten des Typs „S“ eher selten vor, da die Brandschutzverordnung den Kombinationswandhydranten „F“ in den meisten öffentlichen Bereichen, wie beispielsweise Verkaufsstätten und Garagen, vorschreibt.

Wandhydrant Typ „F“

Der Wandhydrant Typ „F“ wird auch als Kombinationshydrant bezeichnet und kommt dann zum Einsatz, wenn es aufgrund der bauaufsichtlichen Vorschriften erforderlich ist. Sie dienen einerseits wie der Typ „S“ zur Selbsthilfe, können aber auch für Löscheinsätze von der Feuerwehr genutzt werden. Sie besitzen entweder einen formstabilen Druckschlauch-W oder einen vollsynthetischen C-42-Druckschlauch. Die Piktogramme müssen bei diesem Wandhydrant-Typ, laut BGV A8, mit dem entsprechenden „F“ gekennzeichnet sein.

Prüfung, Wartung und Instandhaltung der Wandhydranten

Die Installation eines Wandhydranten erfolgt ausschließlich durch Sachkundige, da verschiedene Auflagen beachtet werden müssen. Diese betreffen besonders die Sicherheitsvorkehrungen sowie die Vorschriften und Richtlinien gemäß DIN 1988-6. Diese beinhalten genaue Angaben der Anforderungen an die Rohrleitungen, da diese nicht an die Trinkwasserversorgung angeschlossen werden dürfen.
Ebenso muss beim Einbau des Wandhydranten sichergestellt werden, dass ausreichend Platz vorhanden ist, um das Öffnen der Türen des Wandhydranten-Schrankes um 180° zu ermöglichen. Ihr Fachbetrieb wird Sie diesbezüglich vor der Installation eines Wandhydranten informieren.
Bereits installierte Wandhydranten müssen in regelmäßigen Abständen einer Prüfung und Wartung unterzogen werden. Außerdem muss dafür gesorgt werden, dass die Löschanlagen instand gehalten wird. Beim Prüfen steht die äußere Kontrolle der Löschanlage im Vordergrund. Hierbei muss beispielsweise geprüft werden, ob der Wandhydrant frei zugänglich ist oder ob äußere Beschädigungen oder Verschmutzungen sichtbar sind.
Im Falle eines Löscheinsatzes muss der Wandhydrant gemäß DIN 14811 von einem Sachkundigen einer Prüfung, Reinigung, Trockenlegung sowie Wartung unterzogen werden. Anschließend wird der Wandhydrant neu verplompt und steht als Brandschutzmaßnahme erneut zur Verfügung.
Die Wandhydranten-Prüfung erfolgt gemäß DIN EN 671-3 durch den Betreiber der Anlage und hat alle drei Monate zu erfolgen. Bei Bedarf muss unverzüglich für die Instandhaltung des Wandhydranten gesorgt werden. Festgestellte Mängel sowie deren Instandsetzung sind im entsprechenden Prüfbuch zu dokumentieren.
Die Wandhydranten-Wartung muss alle 12 Monate erfolgen, sofern keine kürzeren Intervalle vermerkt wurden. Das Ergebnis der Wartung wird im Prüfbuch sowie im Prüfbericht festgehalten und dient dem Betreiber als Nachweis. Nach der Wartung wird der Wandhydrant mit einer Prüfplakette versehen, auf der das Wartungsdatum vermerkt ist.

Die Montage, Prüfung, Wartung und Instandhaltung von Wandhydranten und Steigleitungen sowie die Schläuche können Sie von unserem Fachbetrieb für Feuerlöschtechnik Hamburg durchführen lassen. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, wir beraten Sie gerne!

Wandhydranten
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