Arbeitsstättenverordnung ASR A2.2

Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) beinhaltet eine neue Arbeitsstättenregel, die als ASR A2.2 bezeichnet wird und im November 2012 in Kraft getreten ist. Sie ersetzt die Anforderungen der Brandschutzmaßnahmen in Betrieben, die bisher in den Berufsgenossenschaftlichen Regeln (BGR) 133 festgehalten wurden.
Die neue Arbeitsstättenregel A2.2 stellt eine Konkretisierung der Brandschutzmaßnahmen laut der Arbeitsstättenverordnung dar, um die Sicherheit in Betrieben zu gewährleisten.

Änderung der Brandgefährdungsklassen

Da die Brandgefährdungsklassen geändert wurden, haben sich die Anforderungen an Arbeitsstätten in Bezug auf die Feuerlöscheinrichtungen ebenfalls geändert. Aufgrund des Brandschutzes werden in Arbeitsstätten die nötigen Maßnahmen gegen Brände in der Arbeitsstättenverordnung geregelt. Hierzu gehört beispielsweise, wie die Alarmierung und Sicherstellung im Brandfall in Betrieben zu erfolgen hat oder welche Feuerlöscheinrichtungen, wie Feuerlöscher und Wandhydranten, zur Verfügung stehen müssen. Zu den sicherheitstechnischen Vorgaben der ASR A2.2 gehört ebenso die Unterweisung der Beschäftigten als auch die Bereitstellung von Richtlinien für Brandschutzhelfer sowie Richtlinien für die Wartung und Prüfung der Feuerlöscher. Auch abweichende Anforderungen, die im speziellen auf Baustellen gelten, werden in der Arbeitsstättenregel ASR A2.2 festgehalten.

Änderungen durch die ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“

Laut der früheren Arbeitsstättenverordnung BGR 133 wurde zwischen drei Stufen der Brandgefährdung (niedrig, mittel und hoch) unterschieden, die mittels einer Tabelle festgelegt wurden. Die neue Arbeitsstättenregel ASR A2.2 beinhaltet nur noch zwei Stufen, die mittlere und hohe Stufe der Brandgefährdung. Die einstige niedrige Brandgefährdung wird als Grundschutz festgelegt und entspricht heute der mittleren Brandgefährdungsstufe, die einer Büronutzung entspricht. Um den Grundschutz zu gewährleisten, muss eine erforderliche Anzahl an Feuerlöschern zur Verfügung stehen, wobei sich die Anzahl weiterhin nach der Grundfläche der Arbeitsstätte richtet. Neu ist laut ASR A2.2 jedoch, dass durch die Feuerlöscher eine Löschleistung von mindestens 6 Löschmitteleinheiten (LE) sicher gestellt sein muss. Auch die Entfernungen zwischen den Löscheinrichtungen werden in der Änderung der Arbeitsstättenverordnung vorgeschrieben, so dass der Abstand nicht mehr als 20 Meter betragen sollte. Die Feuerlöscher sind in griffbereiter Höhe zwischen 0,8 Meter und 1,20 Meter zu befestigen. Die Funktionstüchtigkeit der Löscheinrichtungen ist regelmäßig alle zwei Jahre durch eine Wartung zu prüfen.

Änderung der Arbeitsstättenverordnung ASR A2.2 in Arbeitsstätten mit erhöhter Brandgefährdung

Grundlegende Änderungen durch die Arbeitsstättenverordnung ASR A2.2 beziehen sich vor allem auf Arbeitsstätten mit erhöhter Brandgefährdung.
Von einer hohen Brandgefährdung wird ausgegangen, wenn Stoffe vorhanden sind, die sich schnell entzünden oder von einer schnellen Ausbreitung eines Brandes ausgegangen werden kann. Hierzu gehören Betriebe, in denen Stoffe mit hoher Entzündbarkeit oder brandfördernden Eigenschaften vorliegen. Somit sind vor allem Betriebe von der neuen Arbeitsstättenregel betroffen, die brandgefährdende Tätigkeiten ausführen, wie zum Beispiel Schweißen, Brennschneiden, Trennschleifen oder Löten. Auch wenn mit Materialien, die sich selbst entzünden können, Stoffe der Brandklasse D und F, brennbare Stäube oder entzündliche Flüssigkeiten und Gase, gearbeitet wird, wird von einer erhöhten Brandgefährdung ausgegangen.
Liegt eine erhöhte Brandgefährdung vor, wird in der neuen Arbeitsstättenregel keine bestimmte Anzahl an Löscheinrichtungen vorgeschrieben, sondern es wird eine Beurteilung der Gefährdung erforderlich, wobei ermittelt wird, ob neben den tragbaren Löschgeräten zusätzliche fahrbare Löscheinrichtungen oder Wandhydranten nötig sind oder ob weitere Lösch- und Brandmeldeanlagen erforderlich sind. Durch die Änderungen der Arbeitsstättenregel haben sich auch die Sicherheitsvorkehrungen auf Baustellen verschärft. Für jedes eingesetzte Arbeitsgerät, von dem eine Brandgefährdung ausgeht, zum Beispiel Schweiß- oder Lötgerät, muss ein Feuerlöscher der entsprechenden Brandklasse mit mindestens 6 Löscheinheiten (LE) bereit gestellt werden.

Der Einsatz des Brandschutzhelfer nach ASR A2.2

Die Aufgaben des Brandschutzhelfer erhalten aufgrund der neuen Arbeitsstättenregel ASR A2.2 einen höheren Stellenwert. Somit müssen Arbeitgeber dafür sorgen, dass in jedem Betrieb eine ausreichende Anzahl der Beschäftigen zum Brandschutzhelfer ernannt wird. Seither ist in der Arbeitsstättenverordnung vorgeschrieben, dass 5% der Beschäftigen fachkundig unterwiesen werden, um die Aufgaben des Brandschutzhelfer zu beherrschen. In größeren Betrieben mit erhöhter Brandgefährdung wird eine noch höhere Anzahl der Brandschutzhelfer empfohlen, wobei auch der Schichtwechsel oder die mögliche Abwesenheit einzelner Beschäftigter bedacht werden sollte. In der neuen Arbeitsstättenregel ASR A2.2 wird nun auch der Inhalt der Unterweisung der Brandschutzhelfer näher definiert, zu der den auch praktische Übungen, wie beispielsweise das Löschen mit einem Feuerlöscher oder der Umgang mit Wandhydranten oder anderen Löscheinrichtungen, gehören.

Wandhydranten und Brandmeldeanlagen

Auch bei der Anrechnung von Wandhydranten und des Einsatzes von Brandmeldeanlagen gibt es Änderungen durch die neue Arbeitsstättenregel. Somit werden Wandhydranten unter bestimmten Voraussetzungen berücksichtigt. Bei einer Grundfläche von mehr als 400 m² kann ein Drittel der Löscheinheiten durch Wandhydranten mit 27 LE ersetzt werden.
Ebenso erfolgt eine Regelung der Brandalarmierung durch automatische Brandmeldeanlagen. Laut der ASR A2.2 muss durch den Arbeitgeber sicher gestellt werden, dass Beschäftigte im Falle eines Brandes durch automatische Brandmeldeanlagen oder ähnlichen Alarmierungseinrichtungen gewarnt werden, um gefährdete Bereiche unverzüglich verlassen zu können.

Wenn Sie Fragen zur Änderung der Arbeitsstättenverordnung ASR A2.2 haben, können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen. Wir statten Ihren Betrieb gemäß der Arbeitsstättenverordnung mit allen nötigen Brandschutzmaßnahmen wie Feuerlöschern, Wandhydranten und Brandmeldeanlagen aus und sind spezialisiert auf die Wartung und Prüfung der Löschmittel. Außerdem führen wir Brandschutzschulungen in Betrieben durch.
Nehmen Sie gerne unsere kostenlose Beratung in Anspruch!